Internetkultur: „Weißt du wieviel Sternlein stehen“

Internetkultur: „Weißt du wieviel Sternlein stehen“

Himmlisch, dass selbst der Komponist dieses uralten Volksliedes bereits die Macht der online Bewertungssterne kannte. Spaß beiseite, ist es heutzutage tatsächlich so, dass der Erfolg eines Unternehmens oder eines Produkts erheblich von der Anzahl der online dafür vergebenen Bewertungssterne abhängig ist.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: „Niemals konnten sich Verbraucher so gut über ihre Erfahrungen mit Waren und Dienstleistungen austauschen wie heute. Kundenbewertungen stärken die Macht der Verbraucher.“

Laut einer Bitkom.org Studie vom November 2015:

  • Lesen dreiviertel der Online-Shopper Produktbewertungen.
  • Einschätzungen anderer Kunden beeinflussen Kaufentscheidungen vieler Verbraucher.
  • 13 Prozent vertrauen Online-Produktbewertungen grundsätzlich nicht.

Ebenso spannend: „Produkte mit positiver Online-Bewertung verkaufen sich durchschnittlich um 200 Prozent besser als Produkte ohne Kundenvoten. Und wenn Bewertungen möglich, aber keine negativen Stimmen vorhanden sind, vermuten 95 Prozent aller Internetnutzer Manipulation“. (absatzwirtschaft.de)

Tröstend, dass der gesunde Menschenverstand noch erkennen kann, dass zu viel Perfektion unglaubwürdig ist.

Gegen diese falsche Perfektion gehen viele Portale entschieden vor. Sie wenden Verfahren an um gefälschte Bewertungen zu erkennen und zu entfernen. Häufig wird auch spezielle Software angewendet um Fälschungsmuster zu erfassen. Zusätzlich sind bei vielen Portalen, wie z. B. ProvenExpert, besonders ausgebildete Mitarbeiter im Kampf gegen Fälschungen im Einsatz.Englisch_nach_Mass_ProvenExpert

Allerdings hat auch die „spezielle Software“ ihre Tücken. So findet sich das Portal „Yelp“ regelmäßig in der Kritik, weil die dort angewendete Software regelmäßig positive Bewertungen aussondert, schlechte jedoch stehen lässt.

Die aktuelle Rechtsprechung (http://www.law5.de/yelp-eintrag-bewertungen-loeschen/) findet dieses Vorgehen allerdings zulässig. Dagegen bezeichnen kritische Stimmen wie die der Verbraucheranwältin Sandra Taylor dieses Handeln als „Mafia-Methoden“. „Was Yelp tut, ist nichts anderes, als von Firmeninhabern Schutzgelder zu erpressen“ sagt die Verbraucheranwältin (Quelle: YouTube).

Ebenfalls bemerkenswert ist ein Urteil des BGH vom Frühjahr 2016 in Bezug auf das Portal jameda. In diesem Fall vertrat das Gericht die Meinung, dass die Plattform Prüfungspflichten erfüllen müsse, falls anonyme Bewertungen als nicht gerechtfertigt erscheinen. Hier war das Gericht also der Meinung, dass Bewertungen bei Zweifeln an ihrer Echtheit strenger überprüft und Nachweise bzw. Belege gefordert werden müssen.

Die Personal-Bewertungsplattform „kununu“ hat sich mittlerweile ebenfalls zu einer bedeutsamen HR-Plattform für Unternehmen entwickelt. Zu viele negative Bewertungen und das Recruitment wird problematisch. Manch ein Mitbewerber könnte da doch in Versuchung kommen, negativ zu bewerten. Beruhigend für Unternehmen: Auch auf diesem Portal können sich Betriebe gegen ungerechtfertigt erscheinende Bewertungen zur Wehr setzen. Die Plattform fordert dann Nachweise vom Bewerter ein, dass dieser tatsächlich für den bewerteten Arbeitgeber tätig ist oder war.

Bei vielen Plattformen ist eine Mischung aus Software und ausgebildeten Mitarbeitern im Einsatz, Hand in Hand mit einer geforderten E-Mail Verifizierung. Generell gilt, so Rohleder: „Je mehr Bewertungen für ein Produkt oder eine Dienstleistungen abgegeben wurden, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Gesamtbild realistisch ausfällt.“

Quellen:  bitkom.org, yelp, law5.de, absatzwirtschaft.de

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Über den Autor:

Patricia Hinsen-Rind

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