„Lost in Translation“ – Missglückte Marketingstrategien

„Lost in Translation“ – Missglückte Marketingstrategien

Der Begriff „Lost in Translation“, wortwörtlich „in der Übersetzung verloren gegangen“ beschreibt eine Situation in der die Übersetzung (oder die nicht erfolgte Übersetzung) missglückt ist. Ein treffendes Beispiel solcher „Verluste“ sind Exportartikel, bei denen die Namen nicht an die Sprache des Ziellandes angeglichen wurden.

Das englische Wort „mist“, zum Beispiel, findet sich hier und da in Produkten auf dem deutschen Markt. „Mist“ bedeutet auf Englisch „Nebel“. Bei der Vermarktung dieser Artikel wurde unglücklicherweise übersehen, dass die deutsche Bedeutung des Wortes „Mist“ keine sehr aromatische ist.  Dieser Fehler hatte folgenreiche Auswirkungen für den Verkauf der betroffenen Artikel.Englisch_nach_Mass_Translation

Wie den sogenannten „Mist Stick“ den die Firma Clairol herstellt. Der ist ein Lockenstab mit integriertem Wasserbehälter, der durch den erzeugten Nebel besonders stabile Locken bilden soll.

Oder den „Silver Mist“ von Rolls Royce, dessen Name nachträglich auf „Silver Shadow“ für den deutschen Markt angepasst wurde

Ebenfalls sehr köstlich: „Irish Mist“, ein Likör, den deutsche Kunden überraschenderweise nicht sehr ansprechend fanden.

Auch IKEA hat es so erwischt.  Das schwedische Möbelhaus, bekannt für die durchweg schwedischen Namen der Artikel in seinem Sortiment, taufte einen Kindertisch „Fartfull“.  Die schwedische Bedeutung hierfür ist „flink“. Ein flinker Tisch also.

Unglücklicherweise ist dieser Name in angelsächsischen Ländern ähnlich ungünstig wie der Ausdruck „Mist“ in Deutschland. Die wortwörtliche Bedeutung von „fart“ ist nämlich „Furz“, kein Wunder also, dass amerikanische Eltern von diesem Namen wenig begeistert waren. Tatsächlich war der „furzvolle“ Tisch in Nordamerika so unbeliebt, dass IKEA ihn aus dem dortigen Sortiment entfernen musste.

Das Fazit? Diese Art „Übersetzungs-Kollateralschäden“ sind teuer und peinlich!

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Über den Autor:

Patricia Hinsen-Rind

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