Der König der Blumen

Der König der Blumen

Aus der Reihe Englisch nach Maß: Vorsicht vor Falschen Freunden

Ob der Inhaber dieses Blumengeschäftes mit Nachnamen „König“ heißt? Oder, sieht er sich eventuell als „König der Blumen“ weil eine große Auswahl von Blüten angeboten wird? Egal welcher Grund sich hinter dieser Namensgebung verbirgt, der Name „Flowerking“ ist, wie so oft im „gedenglischten“, falsch.Englisch_nach_Mass_Flowerking

Zum einen stimmt die Rechtschreibung nicht. Denn, richtig wäre Flower King (weil es sich um einen Namen handelt würde das Wort „King“ in diesem Fall großgeschrieben werden).

Aber, der Name „Flower King“ für ein Blumengeschäft im englischsprachigen Raum, egal in welcher Schreibweise, wäre sehr ungewöhnlich und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit als seltsam empfunden werden. Denn, „Flower King“ ist auch sprachlich nicht einwandfrei. Wenn, dann würde ein „Blumenkönig“ ein „King of Flowers“ sein, ein Ausdruck, den man im Englischen aber auch nicht bei durchdachtem Marketing anwenden würde.  Jedenfalls nicht als Namen für ein Blumengeschäft.

Vielleicht hieß das Geschäft früher „Blumen König“ und die Nachfolger haben einen vermeintlich „coolen“ Namen gewählt – der aber leider absolut ungünstig ist.

Dazu kommt, falls der Geschäftsinhaber wirklich „König“ heißen sollte, dass Namen grundsätzlich nicht übersetzt werden. Sie bleiben immer in der Originalfassung, lediglich ein Umlaut würde im Englischen mit „oe“, „ae“ oder „ue“ geschrieben werden. Also würde Frau oder Herr König einfach „Koenig“ heißen.

Das gilt übrigens auch für Visitenkarten. Berufsbezeichnungen und Jobtitel sollten angepasst werden, Namen werden nicht übersetzt.

Vorsicht daher auf internationalem Parkett: Wenn Menschen ihren Namen trotzdem übersetzen, kann das zu problematischen Ergebnissen führen.

Wie, zum Beispiel, die Vertrieblerin namens „Karin Stahl“, die sich im Englischen immer als „Karen Steel“ vorstellte. Die dadurch bei Ihren angelsächsischen Geschäftskontakten als „Karen Steel“ und nicht als „Karin Stahl“ bekannt war. Auf ihrer Visitenkarte stand allerdings der Name „Karin Stahl“ und nicht „Karen Steel“.

Nicht genug, dass es wenig professionell wirkt, sich mit einem anderen Namen als dem eigenen vorzustellen, dazu kommt, dass jene E- Mails, die an „K.Steel@xxxxx.com“ adressiert waren, nie ankamen. Stattdessen erhielten die Absender die Fehlermeldung, dass es diesen Empfänger nicht gäbe. Ungünstig für eine Vertrieblerin…

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Über den Autor:

Patricia Hinsen-Rind

Englisch nach Maß® GmbH

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