Ablauf der Privatinsolvenz: Schritt für Schritt zur Restschuldbefreiung

Ablauf der Privatinsolvenz: Schritt für Schritt zur Restschuldbefreiung

Schicksalsschläge können jeden ereilen: Arbeitslosigkeit, Scheidung, der Tod eines geliebten Menschen oder eine eigene schwere Krankheit. Manchmal führen solche Ereignisse auch in die Schuldenfalle, wenn dadurch das bisher geregelte Einkommen wegbricht. Oder es sind eigene Fehler im Umgang mit dem Geld, welche in die Zahlungsunfähigkeit münden. Egal aus welchem Grund – der Gesetzgeber will jedem Verbraucher eine neue Chance auf ein schuldenfreies Leben geben, mithilfe der Privatinsolvenz und der daran anschließenden Restschuldbefreiung.

Der Ablauf dieses Insolvenzverfahrens ist gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem muss der insolvente Schuldner einige Bedingungen erfüllen, bevor er von seinen restlichen Schulden befreit wird.

Bevor Verbraucher einen Insolvenzantrag beim Gericht einreichen können, müssen sie versuchen, sich mit ihren Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Hierfür wird ein Schuldenbereinigungsplan aufgestellt, der genau erklärt, wie der Schuldner seine Schulden begleichen möchte. Das ist keine ganz einfache Aufgabe. Denn einerseits muss der Verbraucher errechnen, welchen Betrag er in welcher Zeit an Zahlungen leisten kann. Andererseits muss er alle Gläubiger in diesem Vorschlag zur Schuldenbereinigung berücksichtigen. Und zu Guter Letzt  muss der Plan für alle Gläubiger attraktiv genug sein, um dem zuzustimmen.

Neben anerkannten Schuldnerberatungsstellen helfen auch Anwälte dabei, einen solchen außergerichtlichen Vergleich zu erarbeiten und mit den Gläubigern hierüber zu verhandeln. Scheitert dieser Versuch, so stellt der Schulden- bzw. Rechtsberater eine Bescheinigung hierüber aus. Erst mit dieser Bescheinigung kann der zahlungsunfähige bzw. überschuldete Schuldner die Eröffnung der Privatinsolvenz beantragen.

 

Wie geht es nach dem Insolvenzantrag weiter?

Der nun folgende Ablauf der Privatinsolvenz gliedert sich in drei weitere Phasen:

  • gerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch
  • eigentliches Privatinsolvenzverfahren
  • Wohlverhaltensphase mit anschließender Restschuldbefreiung

 

Nach dem Insolvenzantrag setzt das Insolvenzgericht den Einigungsversuch mit den Gläubigern fort. Grundlage hierfür ist der Schuldenbereinigungsplan. Wenn die Mehrheit der Gläubiger diesem zustimmt, kann das Gericht die verweigerte Einwilligung der anderen Gläubiger durch einen Beschluss ersetzen. Gelingt die Einigung, muss sich der Schuldner an den gerichtlichen Vergleich halten und auf dessen Grundlage die Schulden abzahlen.

Scheitert die Einigung abermals, prüft das Insolvenzgericht, ob die Privatinsolvenz eröffnet werden kann und ernennt im Eröffnungsbeschluss einen Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder. Dessen Aufgabe ist es festzustellen, welches und wie viel Schuldnervermögen vorhanden ist. Dieses verwertet er und verteilt den Erlös anschließend gleichmäßig an die Gläubiger. Auf diese Weise werden die offenen Forderungen der Gläubiger bezahlt und die Schulden allmählich getilgt. Wenn die Insolvenzmasse – sprich das Schuldnervermögen – verteilt wurde, wird das Verfahren beendet.

Die Wohlverhaltensphase, die bereits mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt, läuft jedoch weiter. Nur wer sich in dieser Zeit redlich verhält und seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt, wird anschließend von seinen restlichen Schulden per Gerichtsbeschluss befreit. Hierbei handelt es sich z. B. um folgende Obliegenheiten:

  • Abtretung des pfändbaren Einkommensanteils an den Treuhänder zum weiteren Schuldenabbau
  • Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit oder Bemühen um eine solche
  • Verbot der Zahlung an einzelne Gläubiger
  • Mitteilungspflicht bei Änderungen des Wohnsitzes, des Arbeitsplatzes oder der Vermögensverhältnisse

 

Gewöhnlich endet das gesamte Verfahren nach ca. 6 Jahren, unabhängig davon, wie viel Schulden inzwischen abbezahlt wurden.

 

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