Hartz4 unter 25 – Unter welchen Bedingungen besteht Anspruch?

Hartz4 unter 25 – Unter welchen Bedingungen besteht Anspruch?

Hartz4 oder auch ALG2 erhalten grundsätzlich alle erwerbsfähigen Personen im Alter von 15 bis zur festgelegten Altersgrenze von 65-67 Jahren. Wichtig ist nur, dass eine Leistungsberechtigung vorliegt. Handelt es sich bei den Hartz4-Beziehern um unter 25-Jährige, ist einiges zu beachten. Der folgende Text klärt auf.

In Deutschland ist davon auszugehen, dass die Eltern bis zum 25. Lebensjahr ihres Kindes für den Unterhalt und die Ausbildung aufkommen. Dazu müssen die Eltern allerdings selbst erwerbsfähig sein bzw. die entsprechenden Mittel aufweisen können. Ist das nicht der Fall, ist auch für unter 25-Jährige Hartz4 denkbar. Gilt dies nicht, ist es unwahrscheinlich, dass ein Antrag auf Hartz4 für unter 25-Jährige durchgeht, da dann zunächst die Eltern in die Verantwortung gezogen werden, bei denen der Auszubildende bzw. Student meist noch wohnt.

Sollten Sie dennoch ALG2 beantragen, müssen triftige Gründe vorliegen, die dies begründen können. Einer dieser Gründe wäre, wie oben genannt, dass die Eltern selbst Hartz4 beziehen und daher nicht für den Unterhalt des Kindes aufkommen können. Um die, in diesem Fall vorgesehenen 327 Euro Regelsatz pro Monat zu erhalten, müssen auch unter 25-Jährige einen Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen. Nach einer gewissen Bearbeitungszeit erhält der Betroffene einen entsprechenden Bescheid, aus dem der Umfang der Leistungen entnommen werden kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Bedarfsgemeinschaft mit den Eltern. Diese tritt ein, wenn ein unter 25 Jahre alter Student oder Auszubildender noch bei seinen Eltern wohnt, diese aber nicht erwerbsfähig sind. In diesem Fall kann der Betroffene ebenfalls Hartz4 erhalten. Dieser wird jedoch nicht der Höhe des ursprünglich vorgegebenen Regelsatzes  von 409 Euro entsprechen.

Kann der Betroffene aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei seinen Eltern wohnen, bedarf ein Auszug bei Erhalt von ALG2 der Zustimmung des zuständigen Jobcenters. Diese kann gegeben werden, wenn der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht mehr bei seinen Eltern wohnen kann oder der Umzug zur Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt von Nöten ist. Auch ein sonstiger schwerwiegender und plausibler Grund kann unter Umständen zur Zustimmung des Jobcenters führen. Erfolgt der Umzug ohne Zustimmung, kann dies vermehrte Hartz4-Sanktionen zur Folge haben.

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Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.

Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft e.V. ist die Beobachtung sozialrechtlicher Entwicklungen, Analyse und Kommentierung aktueller Rechtsprechungen sowie der Bereitstellung von Informationen und Hilfestellungen für Leistungsempfänger und Interessierte. Dabei verfolgt der Verein keinerlei eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. In ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Vereins erhalten diese keine Zuwendungen oder Gewinnanteile aus Mitteln des Vereins.

Autor: Isabel Frankenberg

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