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Merry Christmas oder Merry Xmas – was stimmt denn nun?

Merry Christmas oder Merry Xmas – was stimmt denn nun?

Eine der zahlreichen, bedauerlichen, Abwege der US-amerikanischen Politik der jüngsten Zeit ist die Polemik bezüglich „Christmas“.

Besonders zwei Punkte stechen nachdrücklich aus diesem aggressiven Konflikt heraus.

  1. Trumps „War on Christmas“

„Du gehst in ein Kaufhaus. Wann war das letzte Mal, dass du „Frohe Weihnachten“ gesehen hast? Das siehst du nicht mehr. Die wollen politisch korrekt sein. Wenn ich Präsident bin wirst du „Frohe Weihnachten“ in Kaufhäusern sehen, glaub es mir, glaub es mir.“

(Donald Trump, Januar 2016, Liberty University)

  1. „Keep the Christ in Christmas“

„Für uns als Christen ist Weihnachten (Christmas) einer der heiligsten Feiertage, die Geburt unseres Retters Jesus Christus. Und, für Menschen Christus aus Christmas (Weihnachten) weg zu nehmen. Die sind glücklich damit, merry Xmas zu sagen. Lass uns Jesus einfach rausnehmen. Und wirklich, denke ich, ein Krieg gegen den Namen Jesus Christus‘.“

(Franklin Graham, US-evangelikaler Prediger)

Krieg gegen Weihnachten – „The War on Christmas“

Beschäftigt man sich mit Trumps „Christmas“ Tiraden wird man jäh an Zeiten erinnert, als bestimmte Grüße Befehl waren. Nämlich an die dunkelste Epoche der deutschen Geschichte, als der „Führergruß“, sprich „Heil Hitler“, verpflichtend war. Man durfte nicht mehr „Guten Morgen“, „Grüß Gott“, „Servus“ oder „Guten Tag“ sagen, denn, der „Führergruß“ war Pflicht.

Menschen, die bei Trumps „War on Christmas“ mitstreiten, vertreten den Standpunkt, dass „Merry Christmas“ genauso obligatorisch sein sollte. Dies geht Hand in Hand mit der unwahren Behauptung, dass „Merry Christmas“ aus der Öffentlichkeit mehr oder weniger verbannt worden sei. Polemiker aller Art reden den Menschen ein, dass keiner mehr „Merry Christmas“ sagen „dürfe“. Statt „Merry Christmas“ „dürfe“ lediglich das „politisch korrekte“ „Happy Holidays“ gebraucht werden. Diese Personen stellen die Lage buchstäblich als Krieg gegen Weihnachten dar!

Stimmt das? Selbstverständlich nicht! Natürlich ist es den Menschen frei gestellt, welchen Gruß sie benützen möchten. Noch herrscht Meinungsfreiheit in den USA, wobei gerade diese Polemiker das anscheinend gerne ändern wollen.

„Merry Christmas“ wird häufig gewünscht, aber auch „Happy Holidays“, um auch Menschen anderen Glaubens in den Gruß mit einzubeziehen. Zum Beispiel Menschen jüdischen Glaubens, die in diesem Zeitraum Chanukka begehen. Geht es in der Botschaft von Weihnachten nicht darum, Menschen zu akzeptieren, Nächstenliebe zu üben, statt sie auszuschließen?

„… denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“. (Die Bibel)

„Die Botschaft von Weihnachten: Es gibt keine größere Kraft als die Liebe. Sie überwindet den Hass. Wie das Licht die Finsternis.“ (Martin Luther King)

Die tatsächliche Botschaft von Weihnachten, die Botschaft der Liebe, ist bestimmt nicht in einer Ideologie zu finden, die diskriminierend und respektlos mit Menschen umgeht.

Hinter dem verpflichtenden „Merry Christmas“ steht eine ideologische Brechstange die im Gegensatz zu der barmherzigen Botschaft von Weihnachten agiert.

Christus hat in Weihnachten zu bleiben – „Keep the Christ in Christmas“

Würde diese Aussage nicht so sehr auf Ignoranz und Vorurteilen gründen, dann wäre sie möglicherweise witzig. Hier geht es nämlich um Xmas, damit ist das „X“ gemeint, das scheinbar „Christ“ aus dem Wort „Christmas“ quasi verdrängt.

Aber, das „X“ in Xmas bedeutet nichts anderes als „Christ“. Entgegen Herrn Grahams Behauptung wird Christus hier nicht „heraus ge-x-t“. Tatsächlich ist das „X“ nämlich eine uralte Abkürzung für „Christus“ aus den Anfängen des Christentums.

Bei dem „X“ handelt es sich nämlich um das Chi-Ro Symbol. Dieses Symbol wird auf Konstantin den Großen zurückgeführt, der die jeweiligen Anfangsbuchstaben des Namens „Christus“, das Chi (X) und das Ro (P) zu dem Chi-Ro Symbol zusammenführte.

Über viele Jahrhunderte wurde das Chi-Ro vielseitig als Symbol für den Namen „Christus“ genutzt, zum Beispiel auf Schildern, Flaggen und in Büchern. Häufig war es einfach eine praktische, platzsparende Lösung, gerade bei den kostspieligen, auf Pergament handgeschriebenen Büchern in Zeiten vor Papier und Buchdruck.

So verwandelte das „Chi-Ro“ Christmas in „XPmas“ und dann in „Xmas“. Kein Platzhalter. Keine Verdrängung. Lediglich eine symbolhafte Abkürzung für „Christus“.

Folglich hat „Christ“ „Christmas“ nie verlassen. Nach wie vor ist „Christ“ „in Christmas“ und nicht der Mann in Rot mit Rauschebart!

So wird das „fromme Mäntelchen“, wie leider so oft in der Vergangenheit, benutzt um ein Verhalten, das alles andere als christlich ist, zu rechtfertigen.

Ein gefährliches, hochgradig manipulatives Vorgehen, das überhaupt nichts mit der eigentlichen Botschaft von Weihnachten gemeinsam hat.

Martin Luther King lebte in einem ähnlichen Klima von Hass und Intoleranz. Er brachte die weihnachtliche Botschaft auf den Punkt in seiner Predigt an Weihnachten 1957: „Liebe ist die einzige Macht, die im Stande ist, einen Feind in einen Freund zu verwandeln“.

Merry Xmas! Peace on Earth!

Wir brauchen Frieden auf Erden…

Quellen: Pappaspost, Wikipedia, dictionary.com, todayifoundout.com, usatoday

Merry Christmas | Frohe Weihnachten | Joyeux Noël

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Über den Autor:

Patricia Hinsen-Rind

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