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Arbeitsleben braucht Klarheit in der Kommunikation

sandra-flaemingVon Dr. Sandra Flämig, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Stuttgart.

Ich sage es immer wieder zu meinen Mandanten: Das Arbeitsleben braucht Klarheit in der Kommunikation. Ich beobachte immer wieder, wie schwer es zu sein scheint, klar zu sagen:

  • Was genau ist mein wahres Bedürfnis?
  • Was genau brauche ich von meinem Gegenüber wirklich?
  • Was genau will ich wirklich?
  • Was genau will ich auf keinen Fall mehr?

Dabei kommt oft entweder ein um-den-heißen-Brei-Geschwurbel heraus oder die Menschen stehen als Mogelpackung voreinander. Die Mogelpackung kennen wir beim Erwerb von Waren. Die Verpackung ist riesig, sieht gut aus. Der Inhalt ist jede Menge Luft. Das Wesentliche ist kaum sichtbar.

Foto: Z2sam / photocase.de

Wenn Menschen voreinander als Mogelpackung stehen, meine ich damit:

  • Man gibt etwas, das einem leicht fällt, zu geben, weil man eigentlich etwas viel Wertvolleres haben möchte. z.B. Angebot einer neuen Stelle in einer anderen Abteilung ggf. sogar Beförderung. Eigentlich will man den Mitarbeiter aber einfach nur preiswert loswerden. Man lobt ihn weg, weiß vielleicht sogar, dass er die neue Stelle noch weniger in den Griff bekommen wird als seine bisherige Stelle. Man hofft, er kündigt von selbst. Oder – noch „besser“ – man macht den Mitarbeiter zum Geschäftsführer einer Tochterfirma. Nach einiger Zeit kann man sich dann leicht von ihm trennen….
  • Man sagt nicht klar, was man eigentlich haben möchte und gaukelt dem anderen vor, er sei wichtig und werde geschätzt.

Der Andere bemerkt es jedoch bewusst oder unbewusst, wenn ihm etwas untergejubelt werden soll. Menschen spüren, wenn sie eigentlich gar nicht beschenkt werden sollten. Das sorgt für Verwirrung und schlechte Stimmung. Daher ist mein Rat, seien Sie wach für Ihr Tun. Stellen Sie fest, ob Sie gerade wirklich etwas geben oder eigentlich etwas haben wollten. Denn oft merkt derjenige, der die Mogelpackung „verkauft“ nicht einmal, dass er genau das gerade tut. Wenn Sie es also schon bemerkt haben, dürfen Sie sich beglückwünschen. Ich weiß, es ist nicht angenehm, sich das anzuschauen. und nun fragen Sie sich:

  • Was genau will ich haben?
  • Was genau will ich nicht (mehr) haben?
  • Was steht mir konkret im Weg, dass ich nicht klar mein Bedürfnis äußern kann?
  • Wovor haben ich ggf. Angst?
  • Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn ich mein wahres Bedürfnis äußere?
  • Was kann bestenfalls passieren, wenn ich mein wahres Bedürfnis äußere?
  • Was gewinne ich?
  • Was verliere ich?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten konnten, sind Sie schon einen ganzen Schritt weiter, denn Sie haben nun Klarheit für sich. Nun heißt es „nur“ noch, diese Klarheit dem Anderen auch zu vermitteln. Hierbei macht natürlich der Ton die Musik. Klarheit, Respekt und Wertschätzung schließen sich nicht aus. Und meiner Meinung nach ist es besser mal direkt zu sein als durch viel „Geschwurbel“ und Nebelwolken für schlechte Stimmung und immense Zeitverschwendung zu sorgen.

Über die Autorin:

Dr. Sandra Flämig ist Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Stuttgart.

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