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Hüte dich vor „Falschen Freunden“ – „Seriöse Fehler“

Von Patricia Hinsen-Rind

Beim Erlernen einer Fremdsprache ist die Versuchung oft groß, Gemeinsamkeiten mit der eigenen Sprache zu suchen.  Zum Beispiel ist es sehr verlockend, das englische Wort „serious“ gleichwertig mit dem Deutschen „seriös“ anzuwenden.  Wenn Sie das jedoch tun, sind Sie bereits erfolgreich in die „false friends“ Falle geraten.

„False friends“, falsche Freunde also, sind Wörter einer anderen Sprache die große Ähnlichkeit mit Wörtern der eigenen Sprache aufweisen, jedoch eine ganz andere Bedeutung haben.  Im vorherigen Beispiel des englischen „serious“ im Vergleich zum deutschen „seriös“ hat „ernst“ oder „ernsthaft“ natürlich nichts mit Seriösität zu tun, eine gleichwertige Anwendung kann daher Folgen haben, die von amüsant bis problematisch reichen.

Wenn Ihnen jemand sagt „Emily just got engaged“ und Sie verstehen dies als Ausdruck von Emilys erfolgreicher Jobsuche, versäumen Sie bestimmt, Emily zu deren Verlobung zu gratulieren.  Oder, Sie antworten auf ein Angebot das für Sie absolut nicht in Frage kommt mit: „I will this not“.  Damit verwirren Sie Ihr Gegenüber mit großer Wahrscheinlichkeit, denn etwas „wollen“ oder auch „nicht wollen“ wird durch das englische „want“ bzw. „don’t want“ ausgedrückt.  „Will“ ist eine Zukunftsform die „werde“ bedeutet.  Lustig kann es werden wenn Sie jemandem sagen „Mark is going bald“, dann erwartet derjenige nämlich Mark mit Haarausfall, nicht aber, dass Mark gleich gehen wird.

Im Berufsleben wird oft vom Chef gesprochen, als falscher Freund warten dann oft entweder die Wörter „chef“ oder „chief“ im englischen Gespräch auf.  Wenn Sie Ihren Chef als „chef“ bezeichnen, dann verbannen Sie ihn in die Küche, denn das englische „chef“ bedeutet nichts anderes als „Koch“.  Wenn Sie Ihren Chef als „chief“ bezeichnen, dann sitzt er nicht mehr im Büro, sondern tanzt ums Lagerfeuer, denn ein „chief“ ist ein Indianerhäuptling.  Je nach Situation ist das amüsant, verwirrend oder peinlich, aber sicher nicht unbedingt angenehm, denn Ihr Chef ist weder ein Koch noch ein Indianerhäuptling, sondern Ihr „boss“.

Kleine Abweichungen in Schrift und Aussprache können große Wirkung haben.  Wenn Sie einen leckeren Eisbecher als „desert“ bezeichnen, erwartet Ihr Gegenüber die Sahara oder die Gobi, denn ein Eis ist ein „dessert“  eine Wüste jedoch ein „desert“.

Besonders tückische falsche Freunde sind Wörter, die mit anderer Bedeutung als die der Ursprungssprache in die deutsche Sprache integriert worden sind, wie z.B. „Handy“ oder „Controller“.  Denn „handy“ bedeutet im Englischen „praktisch“, „nützlich“, „anstellig“ oder „geschickt“ zu sein und ein „controller“ ist im englischsprachigen Bereich eine hochrangige Führungskraft, z.B. ein/e „Kaufmännische(r) Leiter/in“ oder „air traffic controller“ ein „Fluglotse“.  Verwirrung und Problematik sind hier regelrecht vorprogrammiert.

Im nächsten Artikel können Sie Ihr Gespür für falsche Freunde trainieren.

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Mehr Interessantes, Wissenswertes und Amüsantes über Sprache und Interkulturelles finden Sie in meinem Blog

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