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Unternehmenskultur Teil 7 – Dienst nach Vorschrift

Von Patricia Hinsen-Rind

Laut mehreren Studien (Gallup, OECD) verrichten ca. 66% der Deutschen „Dienst nach Vorschrift“.

Fast jeder sechste hat innerlich gekündigt.

Im Vergleich mit sieben europäischen Ländern sind die Deutschen die unglücklichen am Arbeitsplatz.

„Nur 16 Prozent der deutschen Beschäftigten weisen eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber auf und sind bereit, sich für dessen Ziele voll einzusetzen“.

„Der Rest der Belegschaft leistet offenbar entweder Dienst nach Vorschrift oder hat schon innerlich gekündigt. Gallup berechnet daraus einen Schaden von mehr als 100 Milliarden Euro im Jahr für die deutsche Volkswirtschaft“.

Selbst wenn diese Zahl nicht 100% stimmen sollte, ist es klar, dass unzufriedene, unglückliche Mitarbeiter ihre Aufgaben nicht gut erfüllen werden, schlechte Stimmung im Unternehmen verbreiten und früher oder später das Unternehmen verlassen und ihre Kompetenzen bei Mitbewerbern einbringen werden.  Es ist auch nicht auszuschließen, dass einige der Unzufriedenen dem Unternehmen sogar aktiv Schaden zufügen.

Woher kommt diese Unzufriedenheit?  Woran liegt dieses Unglück?

Ein Teil ist sicher Überlastung, viele Mitarbeiter haben in der Tat zu viel zu tun.  Und es kann sich niemand vormachen, dass 60 oder sogar 80 Stunden Arbeitswochen etwas Gutes sind.  Aber das kann nicht der alleinige Grund sein.  Denn, „laut einer OECD-Studie arbeiten Deutsche im Durchschnitt nämlich nur 1419 Stunden, Schweizer dagegen schon 1640 und Amerikaner sogar 1778 Stunden im Jahr“.

Psychologisch gesehen ist es ja auch so, dass Menschen auch gerne viel arbeiten, so lange die Arbeit Spaß macht, so lange sie Wertschätzung erhalten – natürlich immer noch in einem vernünftigen Rahmen.

Wirklich erschreckend ist, dass Arbeitgeber das Glück ihrer Mitarbeiter falsch einschätzen.

„Arbeitgeber neigen dazu, das Glück ihrer Arbeitnehmer zu überschätzen. Defizite werden oft nicht erkannt und dem zufolge werden auch keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen. Wenn man bedenkt, dass unglückliches Personal zugleich unmotiviertes Personal bedeutet, steckt hier ein großes Potenzial zur Steigerung des Unternehmensergebnisses“.

Die glückliche Organisation hat einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.  Sie ist leistungsfähiger und effizienter.  Sie hat weniger Fehlzeiten und höhere Mitarbeiterbindung.  Nicht nur spart sich solch eine Organisation die Kosten dauernder Neuanstellungen für ausgeschiedene Mitarbeiter, für sie ist die Rekrutierung neuer Mitarbeiter auch einfacher als für die unglücklichen Mitbewerber.

Unverständlich ist es daher, dass so viele Unternehmen so wenig tun um ihre Mitarbeiter „glücklich zu machen“.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, FAZ, StepStone

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