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Unternehmenskultur – Teil 2: „Schleichendes Gift“ im Unternehmen – Intrigante, schädliche, Mitarbeiter

Von Patricia Hinsen-Rind

Jeder Mitarbeiter der nicht zum Unternehmenserfolg beiträgt, schadet letztendlich dem Unternehmen.  In den meisten Fällen ist unangemessenes Verhalten des Mitarbeiters erkennbar.  Das ist ärgerlich, aber oft nicht bedrohlich.  Viel gefährlicher sind jedoch Mitarbeiter, die wie ein schleichendes Gift im Betrieb wirken.  Die unterschwellig Unmut verbreiten, die Gerüchteküche schüren, das Betriebsklima im wahrsten Sinne des Wortes „vergiften“.

Einen derartigen Prozess zu erkennen ist nicht einfach.  Bedeutet doch das Wort „schleichend“ „allmählich, fast unbemerkt beginnend und sich ausbreitend und verstärkend“.  Lediglich bestimmte Verhaltensmuster können Hinweise auf diese Problematik liefern.

Hier sind einige Beispiele dieses zerstörerischen Verhaltens:

Die Nachbesprechung

Im Meeting werden Dinge besprochen, Entscheidungen getroffen, Maßnahmen vereinbart.  Konsens scheint erreicht.  Hier ist das Zauberwort „scheint“.  Denn, bei einem „giftigen“ Mitarbeiter folgt eine informelle „Nachbesprechung“ mit Kollegen oder dem Team.  In dieser wird der erreichte Konsens negiert, Sachverhalte werden dargelegt, die im Meeting nicht zur Sprache gebracht wurden, Entscheidungen werden untergraben.  Im schlimmsten Fall kommt die Aussage zum Team:  „Ich war dagegen, aber es ist so angeordnet, also Augen zu und durch“.

Selbst wenn die vereinbarten Maßnahmen dann erfolgen wird dies bestimmt kein optimaler Prozess.

Das ist nicht meine Aufgabe

„Anpacken“ gehört grundsätzlich zur Aufgabe jedes Mitarbeiters.  Schnelle Reaktionen, umsichtiges Handeln, Einsatzbereitschaft sind in jedem Unternehmen wichtig.  Eventuell sind diese Eigenschaften entscheidend, sogar lebenswichtig (für das Unternehmen).  Wenn Not am Mann ist, dann muss jeder Mitarbeiter zur Lösung des Problems beitragen.

Letztendlich muss ein Mitarbeiter eine geforderte Aufgabe erledigen (selbstverständlich im legalen, menschenwürdigen Rahmen), auch wenn diese nicht Teil seines eigentlichen Aufgabenbereichs ist, oder auch „unter“ seiner tatsächlichen Position, quasi „nicht standesgemäß“ ist.  Richtig gute Mitarbeiter erkennen solche „Notfälle“ eigenständig und packen diese unaufgefordert an.

In einer solchen Situation die Mitarbeit mit der Begründung „das ist nicht meine Aufgabe“ zu verweigern, zeigt puren Egoismus.  Dieser Mitarbeiter ist nicht teamfähig und wird das Teamgefühl zerstören.

Klatsch und Tratsch

Mitarbeiter die eine Klatschkultur fördern, die die Gerüchteküche schüren, sind nicht teamfähig.  Nicht nur, dass sie mit ihrem Getratsche Zeit vergeuden, sie untergraben damit die Würde der Kollegen über die sie gerade tratschen.

Wenn jemand der Kollegin nicht ins Gesicht sagen kann, dass ihn etwas stört, woher nimmt er sich das Recht über sie hinter ihrem Rücken zu hetzen?  Die Worte „Hast du gehört was soundso gemacht hat?“ sind pures Gift.  Dieses Verhalten zerstört jedes Arbeitsklima.

Letztendlich ist jegliches Verhalten welches Menschenwürde und gegenseitigen Respekt untergräbt schädlich, falsch und muss unterbunden werden.

Negativer Gruppenzwang

Motivierte, leistungsstarke Mitarbeiter werfen ein negatives Licht auf jene Kollegen die weniger ambitioniert und produktiv sind.  Die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene, weniger gute Leistung auffällt, wird durch die sehr gute Arbeit des Anderen erhöht.

Gruppenzwang, eventuell sogar subtiles Mobbing, ist ein effektives Mittel im Einsatz gegen diese produktiven Kollegen.  „Du wirfst ein schlechtes Licht auf uns“, „Hör auf, dich zu profilieren“ sind Aussagen, die diese fleißigen Kollegen durchaus zu hören bekommen.

Welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Mitarbeiter hat, liegt auf der Hand.

Die Anderen sind schuld

Jeder Mensch macht Fehler.  Jeder Mensch unterliegt Irrtümern.  Kein Mensch ist perfekt.  Niemand macht immer alles richtig.

Wahre Größe zeigt sich, indem man für eigene Fehler gerade steht.  Auch wenn dies unangenehme Folgen hat.  „Giftspritzen“ machen nie Fehler.  Wenn etwas schief läuft, dann ist immer jemand anders dafür verantwortlich.  Schuldzuweisungen, Manipulationen, Unwahrheiten – alles Mittel um Verantwortung auf Kollegen abzuwälzen.

Vorsicht bei „Perfektion“.  Irren ist nämlich menschlich.

Mehr Interessantes, Wissenswertes und Amüsantes über Sprache und Interkulturelles finden Sie in meinem Blog

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