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Mitarbeiterbindung in Steuerkanzleien – Wertschätzung als Wohlfühlfaktor

Susanne Pannenbäcker - DIE KANZLEIAGENTUR - München

Von Frau Susanne Pannenbäcker, Kanzleiagentur München

Die Bindung von Mitarbeitern an die eigene Kanzlei wird in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Es gibt viele Mittel und Wege, um Personal langfristig an das Unternehmen zu binden. Das einfachste und auch kostengünstigste Element der Mitarbeiterbindung wird allerdings in vielen Kanzleien immer noch außen vor gelassen.  Echte Wertschätzung!

Funktionsträger oder Mensch

Mal Hand aufs Herz! Wie sehen Sie Ihre Mitarbeiter? Funktionsträger oder Persönlichkeit? Sofern Sie zu der hoffentlich geringen Anzahl von Kanzleiinhabern gehören, die ihre Mitarbeiter  als  reine Funktionsträger betrachten, empfehle ich Ihnen genau an dieser Stelle die Beendigung  der begonnen Lektüre. Wenn Sie in Ihren Mitarbeitern sowohl Funktionsträger als auch den Menschen dahinter sehen, sind Sie auf einem guten Weg.

Es liegt auf der Hand, dass Kanzleiinhaber im Rahmen ihrer Führungspersönlichkeit vor die große Herausforderung gestellt werden, Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter zu steigern und gleichzeitig der Effizienz und Wirtschaftlichkeit der eigenen Kanzlei gerecht zu werden.  Fakt ist aber, dass man mit relativ simplen Verhaltensweisen zu einem besseren, von Offenheit und Vertrauen geprägtem Kanzleiklima beitragen kann.

Wertschätzung statt Wertung

Lesen wir den Begriff „Wertschätzung“ denken wir zunächst einmal an Lob. Aussagen wie „das haben Sie prima gemacht, tolle Arbeit, weiter so“ sind sicher gut gemeint, haben aber mit echter Wertschätzung wenig zu tun und sind demzufolge auch nicht mit Lob gleichzusetzen.  Ein Lob ist immer auch eine Wertung und erfolgt im Kontext der Führung hierarchisch. Echte Wertschätzung ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Wohlwollen und Anerkennung.  Ein Lob ist gut gemeint und in keinem Fall falsch. Es muss aber deutlich werden,, dass Loben nur bedingt etwas mit echter Wertschätzung zu tun hat. Statt eines (strategischen?) Lobes wäre es besser,  Lob in echte Wertschätzung umzuformulieren:

 „Durch ihre Arbeitsweise haben Sie dazu beigetragen, dass wir das Vertrauen unserer Mandanten weiter festigen konnten, ich danke Ihnen sehr für Ihren Einsatz…..“

Zuhören statt Hinhören

Wie oft sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern? Hören Sie dann auch hin, oder hören Sie nur zu? Kennen Sie den persönlichen Hintergrund, der hinter Ihren Mitarbeitern steht?  Das aktive Zuhören von Vorgesetzen liefert wichtige Hintergrundinformationen, die zu einem besseren Verständnis für die Menschen in Ihrem Team und – darüber hinaus auch zu mehr Vertrauen und Offenheit führen.  Hören Sie zu, wenn Ihre Mitarbeiter mit Ihnen reden, vergewissern Sie sich, ob sie das Gesagte auch so verstanden haben, wie es gemeint war, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Konstruktives Feedback

Seinen Mitarbeitern ein Feedback zu geben, ist außerordentlich wichtig. Durch Feedback können Verhaltensweisen gestärkt oder auch verändert werden. Einer Vielzahl von Vorgesetzten fällt es außerordentlich schwer, ein faires Feedback zu geben. Ein konstruktives Feedback sollte – wenn möglich – ebenfalls frei von Bewertungen sein und so vorgebracht werden, dass der betreffende Mitarbeiter dieses Feedback auch annehmen kann.

Mit ein paar einfachen Regeln gelingt es, seinen Mitarbeitern ein faires und konstruktives Feedback zu geben:

  • Beziehen Sie sich auf die reine Beobachtung und vermeiden Sie Bewertungen und Interpretationen
  • Vermeiden Sie Pauschalisierungen
  • Vermeiden Sie eine Vorwurfshaltung 
  • Sprechen Sie in „Ich-Botschaften“

Wertschätzende Führung

Eine wertschätzende Führung wird Ihre Mitarbeiter begeistern und damit zum Gesamterfolg Ihrer Kanzlei beitragen. Motivierte und begeisterte Mitarbeiter transportieren dieses Wohlgefühl an Ihre Mandanten und sind darüber hinaus auch in der Lage, ihr Bestes für Ihre Kanzlei zu geben.

 Alles nichts Neues, denken Sie jetzt? Ja, da haben Sie recht!

Was Ihnen beim Lesen dieses Artikels allerdings ganz einfach und selbstverständlich erscheint geht im hektischen Kanzleialltag leider viel zu oft verloren.

Erste Schritte zu einer wertschätzenden Führung:

  1. Begrüßen Sie Ihre Mitarbeiter täglich persönlich und nehmen Sie sich die Zeit für ein kurzes Gespräch.
  2. Hören Sie nicht nur hin, hören Sie zu!
  3. Schätzen Sie wert, was Ihre Mitarbeiter leisten, auch wenn diese Leistungen für Sie mitunter selbstverständlich erscheinen.
  4. Geben Sie faires und konstruktives Feedback!
  5. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter was sie brauchen, um die Arbeit so zu erledigen, wie Sie es sich wünschen.

 

Über den Autor:

Frau Susanne Pannenbäcker

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