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Jobbörsen richtig auswählen: Die Stunde der Wahrheit

Gerhard Kenk Gerhard Kenk

Wer sich für die eigene Stellensuche oder die Platzierung einer Stellenanzeige um die Auswahl der richtigen Jobbörse kümmern muß, braucht einen langen Atem. Bewerber, insbesondere am Anfang ihrer Jobsuche, kennen den dynamischen Recruiting Markt noch nicht und müssen sich notgedrungen mit einer Trial-and-Error-Methode quälen, die zeitaufwendig und mit einem hohen Frustrationspotential behaftet ist. Arbeitgeber und Recruiter können sich zumindest mit dem Bauchgefühl retten, wenn sie für die Kandidatensuche Jobangebote bei den bekannten Jobbörsen platzieren („Das ham wer immer schon so gemacht“). Doch es gibt auch alternative Ansätze, die zugegebener Maßen mit methodischem Vorgehen, Recherche und Vergleich der Leistungskriterien von Jobbörsen Hand in Hand geht. Wenn diese Ergebnisse Online gefunden wurden, schlägt die Stunde der Wahrheit – oder wie Google es formuliert, „The Zero Moment of Truth“.

Von Crosswater Job Guide kommt nun eine neue Plattform, die als Jobbörsen-Kompass mehr Transparenz im Recruiting-Markt bringen soll. Zunächst einmal können Bewerber und Recruiter die wichtigsten Leistungskriterien der Jobbörsen in übersichtlicher Form finden. In Deutschland ist der Jobbörsen-Markt stark fragmentiert, knapp 1200 Jobportal-Betreiber bieten ihre Dienste an, darunter über 80 Jobsuschmaschinen. Wer als Jobsuchender oder Recruiter nicht den bequemen, aber zeitraubenden Weg der Google-Suche gehen will oder sich nur an den allseits bekannten Jobbörsen orientieren will, der kommt um eine systematische Marktrecherche nicht herum.

Die Zielgruppen-Klassifizierung

Zunächst geht es aus Gründen der Vergleichbarkeit darum, den unübersichtlichen Markt der Jobportale nach der Zielgruppen-Orientierung zu klassifizieren. Dazu dienen in erster Linie die Zuordnung nach Branchen – oder Berufsgruppen, jedoch auch zusehends nach Karrierephase (Azubis, Studenten, Absolventen, Young Professionals, Silver Agers)

Anzahl publizierte Stellenanzeigen

Dieses Leistungskriterium gibt wertvolle Hinweise, ob in einer Jobbörse eine sinnvolle Anzahl von Stellenanzeigen publiziert werden, um dort ein möglichst breites Angebot an Karrierechancen zu finden. Hierbei dürfen natürlich nur Jobportale der gleichen Zielgruppe in den Vergleichen berücksichtigt werden.

Besucher-Reichweite

Wie nützlich sind Jobportale mit sehr vielen Stellenanzeigen, die von Bewerbern so gut wie nie besucht werden? Recruiter können schnell das Waterloo ihrer Recruiting-Kampagnen erleben, wenn ihre dort publizierten Stellenanzeigen auf keine Bewerber-Resonanz (d.h. Besucher-Reichweite) treffen.

So weit, so gut. Eine sinnvolle Definition der Leistungskriterien hilft erst dann weiter, wenn dazu auch die notwendigen Fakten bekannt sind. Crosswater Job Guide hat eine relativ umfangreiche Datenbank aufgebaut und zur Verfügung gestellt, um diese Kriterien auf Click verfügbar und vergleichbar zu machen.

„Das sind genau die Zahlen, die ich brauche!“

Als ich mich vor Kurzem mit dem Gründer-CEO einer bekannten Jobbörse unterhielt, kam die Sprache bald auf Akquisitionen und Übernahmen von anderen Jobbörsen. Was halten Sie von Jobbörse X, Y oder gar Z? Das Stochern im Nebel der Intransparenz führte nicht wirklich weiter und so bugsierte ich den CEO freundlich aber bestimmt auf die Crosswater-Datenbank mit den Leistungskriterien der Jobportale. Nach einer kurzen Erläuterung der Zahlen kam die Bestätigung: „Das sind genau die Zahlen, die ich brauche“.

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Wie sieht es mit der Zufriedenheit aus?

Die besten Fakten über die Jobportale des Landes sind nur die eine Seite der Medallie, wichtig ist es auch, die Zufriedenheit der Nutzer (Bewerber und Arbeitgeber) zu ermitteln. Das neue Portal Jobbörsen-Kompass.de hat sich genau dieser Aufgabe gewidmet und erhebt in zwei getrennten Umfragen die Zufriedenheit der Nutzer mit den präferierten Jobbörsen. Die Bewerber-Nutzer-Umfrage ist hier zu finden, Recruiter bzw. Arbeitgeber können hier ihre Zufriedenheit äußern. Die kompakten Umfragen dauern nur 3-5 Minuten und sind weniger komplex als eine Online-Flugbuchung.

Die Ergebnisse sind für alle da

Die Ergebnisse der Jobbörsen-Nutzer-Umfragen sind öffentlich und ohne Einschränkungen verfügbar. Damit setzt der Jobbörsen-Kompass ein Konzept um, das auf einem neuen Nutzungskonzept des Internets basiert. Dieses Konzept wird oft mit Begriffen wie Human-Web-Technologie, Empfehlungsmarketing, Schwarmintelligenz oder Peer-to-Peer-Präferenzen in Verbindung gebracht.

Ein neues Internet

Katrin Ansorge kommentierte in HORIZONT 10/216 den Launch von Cliqz, dem neuen Browser mit eingebauter Suchmaschine aus dem Hause Hubert Burda Medien. Neben der üblichen Darstellung der Funktionen, der Risiken und Nebenwirkungen warf Ansorge auch einen Blick auf die neue Philosophie der Internet-Nutzung – und insbesondere auf methodische Ansätze, wie sich das alte Internet von einer Text- und Bildwüste zu einem Präferenz- und Relevanz-basierten neuen Internet entwickeln könnte. Als Grundlage für den eigenen Web-Index dient die sogenannte Human-Web-Technologie, bei der die Gemeinschaft der Nutzer zum Aufbau von Webstatistiken beiträgt, beim Entdecken von Websites hilft und deren Relevanz bewertet.

Weiterführende Links

Jobbörsen-Kompass

Bewerber-Umfrage

Arbeitgeber-Umfrage

Umfrage-Ergebnisse und Leistungskriterien der Jobbörsen

Crosswater Job Guide / Jobbörsen-Verzeichnis nach Zielgruppen

Zero Moment of Truth

Über den Autor:

Gerhard Kenk

Gerhard Kenk

Mail: info [at] crosswater-systems.com
http://crosswater-job-guide.com

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